Wie funktioniert Akupunktur?

Nach Auffassung der TCM fließt Lebensenergie in Energiebahnen durch den Körper. Diese Energiebahnen werden Meridiane genannt. Wird der Fluss der Lebensenergie Qi unterbrochen oder eingeschränkt, entstehen Störungen, die zu Krankheiten führen können.
Eine Störung des Qi-Flusses kann durch folgende Faktoren ausgelöst werden:

  • äußere Einflüsse (Kälte, Hitze, Feuchtigkeit, Trockenheit, etc.)
  • Innere Einflüsse (Angst, Trauer, Aggression, psychische Faktoren, etc.)
  • Ernährungsfehler
  • Körperliche und mentale Überanstrengung
  • Verletzungen, Traumata

Auf den Meridianbahnen befinden sich Punkte, über die gestörte Energieflüsse beeinflusst werden können. Dies sind die Akupunkturpunkte. Durch den Einsatz von Nadelstichen oder anderen Akupunkturmethoden in die richtigen Punkte können Energiestauungen wieder gelöst werden.
Der Akupunkturpunkt wird definiert als spontan reizsensibler Hautpunkt, der durch einen verminderten elektrischen Hautwiderstand gekennzeichnet ist. Eigentlich ist der Akupunkturpunkt eine Durchtrittsstelle von einem Blutgefäß-Nerven-Bündel durch die oberflächliche Körperfaszie, welche man z. T. auch ertasten kann. Die oberflächliche Körperfaszie ist eine Hülle, die wie ein Trikot unter der Haut liegt und den Körper mit seinen Muskeln, Sehnen und anderen Organen und Strukturen in Form hält.

Auch wenn die Wirkmechanismen der Akupunktur bis heute, selbst mit modernen wissenschaftlichen Methoden noch nicht vollständig geklärt werden konnten, so ist doch eine Vielfalt der Effekte durch physiologische Funktionen erklärbar. Hierzu zählen z.B. Stimulation der Nerven, Freisetzung von Hormonen, Freisetzung von schmerzreduzierenden Substanzen oder eine gezielte Beeinflussung der Durchblutung.

Es lassen sich 3 Hauptwirkungen der Akupunktur nachweisen:

  • Über das Stimulieren bestimmter Akupunkturpunkte wird die Regulation für einen optimalen Muskeltonus angesprochen, was insbesondere bei muskulären Verspannungen von Bedeutung ist. Insbesondere die kleinen, scheinbar unwichtigen Muskeln sind wichtige Stellglieder (Biosensoren) großer Gelenke. Sie sind sehr reich an Muskel- und Sehnenspindeln und beeinflussen somit nachhaltig die Statik und Dynamik des Tieres.
  • Auch die Beeinflussung des Organismus über so genannte viszero-kutanen- und kuti-viscerale Reflexe (Viscera = Eingeweide; Kutis = Haut) spielt eine entscheidende Rolle. Durch die Nadelstimulation kann man so reflektorisch die Funktion von inneren Organen über deren zugehörige oberflächlichen Bereiche beeinflussen.
  • Weiterhin wirkt Akupunktur über die Stimulation bestimmter Nervenfasern, die schmerzhemmende Mechanismen (über so genannte Endorphine) im Gehirn aktivieren. Diese sind bei der Behandlung von schmerzhaften Erkrankungen von enormer Bedeutung. Hier zeigt sich aber auch, dass man intakte Strukturen benötigt, um mit der Akupunktur bestimmte Wirkungen zu erzielen.

Bei der Akupunktur nutzt man also körpereigene neurologische Mechanismen im Gehirn und auf Rückenmarkebene zur Schmerzbekämpfung und zur Normalisierung von gestörten Organfunktionen.

Da sich Körper und Psyche gegenseitig beeinflussen, wird die Therapie in beide Bereiche eingreifen und somit nicht nur Symptome sondern auch Ursachen behandeln können, sofern sie im jeweils anderen Bereich zu finden sind.

Die Wirkung der Akupunktur ist unabhängig von der jeweiligen persönlichen Einstellung zu den Methoden der TCM. Akupunktur wirkt auch, wenn man nicht daran glaubt.